Checkliste Caterer-Auswahl: Fragen, Angebotsvergleich, Bio-Nachweis, Vertrag und Storno
Redaktion sustainable-catering.eu · Stand 19. Oktober 2026
Einen guten Caterer finden Sie in vier Schritten: Erstens klären Sie Ihre Anforderungen in einem kurzen Briefing. Zweitens holen Sie auf dieser Basis zwei bis drei Angebote ein. Drittens vergleichen Sie Gesamtpreis, Leistungsumfang und Nachweise wie das Bio-Zertifikat. Viertens halten Sie Gästezahl, Storno, Überstunden und Preisanpassungen schriftlich im Vertrag fest. Die folgende Checkliste führt Sie durch alle vier Schritte.
Schritt 1: Das Briefing
Ohne einheitliches Briefing kalkuliert jeder Caterer etwas anderes, und Sie vergleichen am Ende Äpfel mit Birnen. Diese Angaben sollte Ihr Briefing enthalten:
- Anlass, Datum, Uhrzeit und Dauer
- Ungefähre Gästezahl und Frist für die endgültige Zahl
- Location mit Adresse: Gibt es eine Küche, Strom, Wasser, Kühlmöglichkeiten, einen Lastenaufzug?
- Gewünschtes Format: Fingerfood, Buffet, Flying Buffet, serviertes Menü, Grill
- Ernährungsweisen: Anteil vegetarisch und vegan, bekannte Allergien und Unverträglichkeiten
- Nachhaltigkeitsanforderungen: Bio-Anteil, regionale und saisonale Zutaten, Mehrweggeschirr, Umgang mit Resten
- Gewünschte Leistungen: Personal, Geschirr, Mobiliar, Getränke, Auf- und Abbau, Reinigung
- Budgetrahmen, gern als Spanne pro Person
Einen ersten Budgetrahmen ermitteln Sie mit dem Catering-Kostenrechner.
Schritt 2: Fragen an den Caterer
Küche und Herkunft
- Wo wird gekocht, und wie weit ist die Küche von der Location entfernt?
- Woher kommen Fleisch, Gemüse, Brot und Milchprodukte? Gibt es feste Lieferbetriebe?
- Wie saisonal ist das Menü? Kann der Caterer nach Saison Vorschläge machen?
- Was genau versteht der Caterer unter „regional“? Der Begriff ist gesetzlich nicht geschützt, fragen Sie nach Herkunft und Entfernung. Mehr dazu im Ratgeber regionales Catering.
Bio und Nachhaltigkeit
- Ist der Betrieb bio-zertifiziert? Welche Kontrollstelle, welcher Bio-Anteil?
- Wird Mehrweggeschirr gestellt oder vermittelt? Was kostet es?
- Wie werden Reste vermieden? Gibt es Nachlieferung statt großer Puffer?
- Dürfen Reste mitgegeben oder weitergegeben werden, und wer trägt dafür die Verantwortung?
Service und Logistik
- Wie viele Servicekräfte sind eingeplant? Als Faustwert gilt etwa eine Kraft je 20 Gäste beim Buffet und je 12 Gäste beim servierten Menü.
- Ab wann beginnt die Einsatzzeit, ab wann werden Überstunden berechnet und zu welchem Satz?
- Wer baut auf und ab, wer entsorgt Abfälle, wer reinigt?
- Was passiert bei Schäden an der Location oder Bruch beim Leihgeschirr?
Hygiene und Allergene
- Ist der Betrieb bei der Lebensmittelüberwachung registriert? Das ist für Lebensmittelunternehmen Pflicht (Art. 6 Verordnung (EG) Nr. 852/2004).
- Wie werden die 14 Hauptallergene gekennzeichnet (Anhang II Verordnung (EU) Nr. 1169/2011)?
- Wie werden warme Speisen beim Transport und am Buffet heiß gehalten? Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt mindestens 60 °C an allen Stellen der Speise.
- Besteht eine Betriebshaftpflichtversicherung?
Kosten
- Sind alle Preise brutto oder netto angegeben? Seit dem 1. Januar 2026 gelten für Speisen 7 % Umsatzsteuer, für Getränke in der Regel 19 %.
- Was ist im Preis pro Person enthalten, was kostet extra?
- Gibt es eine Getränkepauschale oder Abrechnung nach Verbrauch? Ist Korkgeld fällig, wenn Sie eigene Getränke mitbringen?
- Wie hoch ist die Anzahlung, wann ist der Rest fällig?
Schritt 3: Angebote vergleichen
Der Preis pro Person für die Speisen sagt wenig, solange unklar ist, was er umfasst. Ein Beispiel für 80 Gäste beim Buffet:
| Posten | Angebot A | Angebot B |
|---|---|---|
| Speisen pro Person | 34 € | 46 € |
| Servicepersonal (4 Kräfte, 5 Std., 40 €) | extra: 800 € | inklusive |
| Leihgeschirr (5 € pro Person) | extra: 400 € | inklusive |
| Anfahrt | extra: 100 € | inklusive |
| Gesamtpreis | 4.020 € | 3.680 € |
| Pro Person gesamt | rund 50 € | 46 € |
Das scheinbar günstigere Angebot ist am Ende teurer. Legen Sie sich deshalb eine einfache Vergleichstabelle mit diesen Zeilen an:
- Speisen pro Person und Menüumfang (Anzahl Gerichte, Beilagen, Dessert)
- Bio-Anteil laut Zertifikat
- Personal: Anzahl, Stunden, Stundensatz, Überstunden
- Geschirr, Gläser, Besteck, Mobiliar
- Getränke: Pauschale oder Verbrauch
- Anfahrt, Auf- und Abbau, Reinigung, Entsorgung
- Gesamtpreis brutto und pro Person
Zur Einordnung der Preise hilft der Ratgeber Was kostet Bio-Catering?, dort finden Sie typische Spannen je Menüart.
Bio-Nachweis richtig prüfen
Seit dem 5. Oktober 2023 regelt die Bio-Außer-Haus-Verpflegung-Verordnung (Bio-AHVV), wie Caterer und Gastronomie Bio kennzeichnen dürfen. Wer Bio-Zutaten oder Bio-Erzeugnisse kennzeichnet oder einen Bio-Anteil auszeichnet, braucht ein gültiges Zertifikat einer Öko-Kontrollstelle (§ 3 Abs. 1 und § 10 Abs. 1 Bio-AHVV). So prüfen Sie es:
- Zertifikat anfordern und auf den Namen des Betriebs sowie die Betriebsstätte achten, in der Ihr Essen zubereitet wird.
- Gültigkeit prüfen: Das Zertifikat nennt einen Gültigkeitszeitraum.
- Kontrollstelle ablesen: Der Code hat das Format DE-ÖKO-0xx, also DE für Deutschland, ÖKO und eine dreistellige Nummer der Kontrollstelle.
- Umfang klären: Welche Zutaten oder Gerichte sind als Bio zertifiziert? Wird ein Bio-Anteil ausgewiesen, etwa mit dem Bio-AHV-Logo in Bronze (20 bis 49 %), Silber (50 bis 89 %) oder Gold (90 bis 100 %) nach § 8 Bio-AHVV?
- Für Ihr Menü nachfragen: Bei Veranstaltungen zählt für den Bio-Anteil nur der Warenbezug für diese Veranstaltung (§ 14 Abs. 3 Bio-AHVV). Lassen Sie sich den geplanten Anteil für Ihr Menü nennen.
Ausführlich erklärt das der Ratgeber zur Bio-Zertifizierung im Catering.
Schritt 4: Vertrag und Storno
Mündliche Absprachen führen im Streitfall zu Problemen. Diese Punkte gehören schriftlich in Angebot und Auftragsbestätigung:
- Datum, Uhrzeiten, Location, Ansprechpersonen auf beiden Seiten
- Menü mit allen Gerichten, Mengen pro Person, Bio-Komponenten
- Gästezahl: Frist für die endgültige Zahl, zulässige Abweichung nach unten, Abrechnung bei Mehrgästen
- Personal: Anzahl, Einsatzzeiten, Überstundensatz
- Leihgeschirr, Mobiliar, Regelung bei Bruch und Verlust
- Getränke: Pauschale oder Verbrauch, Korkgeld
- Preisanpassung: ob und in welchem Rahmen der Caterer Preise bis zum Termin ändern darf
- Zahlungsbedingungen: Anzahlung, Restzahlung, Rechnungsstellung
- Umgang mit Resten und Verantwortung für mitgegebene Speisen
- Stornoregelung
Die Stornoregelung
Vereinbaren Sie eine gestaffelte Stornoregelung, zum Beispiel mit steigenden Prozentsätzen je näher der Termin rückt. Achten Sie auf zwei Punkte: Die Staffel sollte nachvollziehbar sein, und Sie sollten nachweisen dürfen, dass dem Caterer ein geringerer Schaden entstanden ist. Für Pauschalen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen schreibt das Gesetz einen solchen Nachweis vor (vgl. § 309 Nr. 5 BGB).
Fehlt eine Regelung, gelten die gesetzlichen Vorschriften. Wird der Cateringvertrag als Werkvertrag eingeordnet, kann der Auftraggeber jederzeit kündigen. Der Caterer behält dann den Anspruch auf die vereinbarte Vergütung, muss sich aber ersparte Aufwendungen anrechnen lassen (§ 648 BGB). Bei größeren Summen lohnt sich ein Blick von fachkundiger Seite auf den Vertrag.
Probeessen und Bauchgefühl
Bei Hochzeiten und größeren Firmenveranstaltungen ist ein Probeessen üblich, manchmal gegen Gebühr, die bei Auftrag angerechnet wird. Achten Sie dabei nicht nur auf den Geschmack, sondern auch darauf, wie der Caterer auf Fragen reagiert und ob er Vorschläge macht, die zu Ihrem Anlass passen.
Warnsignale
- Kein schriftliches Angebot oder unklare Leistungsbeschreibung
- Bio-Werbung ohne Zertifikat
- Ausweichende Antworten zu Allergenen oder Hygiene
- Keine Angabe zu Personalstunden und Überstunden
- Druck, schnell zu unterschreiben
Caterer finden
Nachhaltige Caterer mit Angaben zu Bio, regionaler Küche und Mehrweg finden Sie im Caterer-Verzeichnis. Wenn Sie lieber nicht selbst suchen möchten, nutzen Sie unser Anfrageformular: Wir melden uns mit passenden Caterern.
Häufige Fragen
Wie viele Angebote sollte ich bei Caterern einholen?
Zwei bis drei Angebote auf Basis desselben Briefings reichen meist für einen aussagekräftigen Vergleich. Mehr Angebote kosten Sie und die Caterer viel Zeit, ohne den Vergleich deutlich zu verbessern.
Wie prüfe ich, ob ein Caterer wirklich Bio anbietet?
Lassen Sie sich das aktuelle Bio-Zertifikat zeigen. Prüfen Sie, ob es gültig ist, für den Betrieb gilt, der Ihr Essen zubereitet, und welchen Bio-Anteil oder welche Bio-Komponenten es abdeckt.
Was passiert, wenn ich das Catering absagen muss?
Maßgeblich ist zuerst die Stornoregelung im Vertrag. Fehlt sie, gelten die gesetzlichen Regeln, nach denen der Caterer je nach Vertragsart die vereinbarte Vergütung abzüglich ersparter Aufwendungen verlangen kann. Vereinbaren Sie deshalb eine gestaffelte Stornoregelung.
Bis wann muss die endgültige Gästezahl feststehen?
Das legt der Vertrag fest. Häufig verlangen Caterer die endgültige Zahl einige Tage bis etwa zwei Wochen vor der Veranstaltung. Fragen Sie, um wie viel die Zahl danach noch nach unten abweichen darf.